Obstbaumschnitt im Garten – Jänner bis März

Bei uns im Mühlviertel gehören Obstbäume zum Landschaftsbild wie die Weinberge im Burgenland und der Wachau. Streuobstwiesen haben eine lange Tradition bei uns und vor allem Birne und Apfel, aber auch Zwetschgen sind hier besonders oft zu finden. Apfel und Birnen werden vielerorts traditionell zu Most, hierzulande liebevoll “Landessäure” genannt, weiterverarbeitet, während die Zwetschge gerne zu Hochprozentigem verwandelt wird, bzw. sich oft im Inneren des “Zwetschkenknödels wiederfindet. Aber mit dem Anpflanzen von Obstbäumen alleine ist es noch nicht getan, wichtig sind vor allem der Standort und das  regelmäßige und vor allem richtige Beschneiden der Obstbäume.

Videoanleitung mit Tipps zum Schneiden von Obstbäumen nach dem Ende der Vegetationszeit. Im Video wird ein Apfelbaum beschnitten!

Es gibt drei Schnittarten, zum einen den “Verjüngungsschnitt”, dieser fördert das Wachstum junger Triebe. Mit dem “Auslichtungsschnitt” sorgt man dafür dass der Baum kein zu dichtes Geäst bekommt und auch das Bauminnere mit ausreichend Licht versorgt wird. Der Formschnitt dient dazu, dem Baum ein “Gesicht” zu geben. Sollten Sie kranke Äste auf dem Baum entdecken sollten Sie diese Äste bis ins gesunde Holz zurück schneiden.

Obstbaumschnitt

Obstbaumschnitt

Warum ist es wichtig dass man Obstbäume überhaupt beschneidet? Werden Obstbäume nicht regelmäßig zurück geschnitten, verausgaben sich die Bäume und der Ertrag sinkt. Bei Bäumen die nicht “gestutzt” werden kann es dazu führen, dass die Äste dem Gewicht der Früchte möglicherweise nicht mehr gewachsen sind und brechen. Mit zunehmendem Alter des Baumes bzw. der Äste nimmt in der Regel der Ertrag ab, das Obst hat dann ein kleineres Wachstum, auch die Qualität kann sich verringern. Die beste Zeit zum Schneiden von Obstbäumen ist in den Monaten Jänner bis März.

Man sollte vor allem beim Obstbaumschnitt darauf achten das es nicht zu kalt ist, die Temperaturen sollten nicht unter -5° Celsius liegen, da sonst das Holz sehr brüchig ist. Ab Ende Oktober kann man Obstbäume schneiden. Idealer Weise schneidet man die Bäume bei abnehmenden Mond. Je später man die Bäume im Frühjahr schneidet, desto kürzere Wassertriebe bilden sich aus. Wassertriebe entstehen oft wenn man den Obstbaum sehr stark beschnitten hat. Krone und Wurzel müssen in einem ausgewogenen Verhältnis miteinander stehen. Diese Triebe sind der Versuch des Baumes, den Verlust von Trieben durch das Beschneiden auszugleichen. Im Gartenjahr gibt es zwei Schnittzeitpunkte, nach dem Ende der Vegetationszeit, also von November bis März, sowie den Sommerschnitt im Juli und August. Im Sommer dünnt man vor allem Äste mit zu hohem Fruchtanteil aus.

Fruchtmumie, Obstmumie

Fruchtmumie, Obstmumie

Obstmumien bzw. Fruchstmumien entfernen!
Jänner ist auch ein guter Zeitpunkt um Fruchtmumien zu entfernen. Mumien sind eine Quelle für Pilzinfektionen und sollten unbedingt restlos vom Baum entfernt werden. Die Mumien sollten aber nicht auf dem Kompost, sondern in der Mülltonne entsorgt werden.
Auch auf das richtige Werkzeug kommt es an, stumpfe Zangen bzw. Sägen sollte man auf jeden Fall vermeiden, da diese die Arbeit unnötig erschweren und mitunter der Schnitt nicht optimal durchgeführt werden kann.

Vor allem sollte man darauf achten dass man nicht an irgendeiner Stelle die Äste abschneidet. Die Triebe sollten immer mit einem Knoten enden, das Holz nach dem Ende des Knoten kann nicht mehr austreiben, wird nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und stirbt ab, bzw. ist eine Angriffsfläche für Krankheiten und Schädlinge.

4 Gedanken zu “Obstbaumschnitt im Garten – Jänner bis März

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