Ribisel pflanzen – mit Videotipp

Rote Johannisbeere

Rote Johannisbeere

Allgemeine Informationen zum Ribisel

Der Ribisel (lat. ribes) gehört zur Familie der Stachelbeergewächse und ist wegen der Reifezeit der Beeren vielerorts als Johannisbeere bekannt. Es gibt ca. 50 verschiedene Sorten, die in Europa und Asien beheimatet sind. Der mehrjährige Strauch wird bis zu 2 m hoch und ist in veredelter Form zusätzlich als Hochstämmchen erhältlich. Hochstämmchen sind zwar leichter zu ernten und zu beschneiden, jedoch nicht so üppig im Ernteertrag. Es gibt den Ribisel mit hell- bis dunkelroten, weißen, gelben oder schwarzen Beeren. Bei den weißen Beeren handelt es sich um keine eigen Sorte sondern vielmehr um eine Farbvariante der roten Beeren. Mehrere Beeren bilden zusammen kleine Trauben.

Standort und Platzbedarf

Der Ribisel liebt ein kühles Klima, weshalb er nicht in Südeuropa vorkommt. Im Garten bevorzugt der Strauch einen sonnigen, windgeschützten Standort. Bei einem sehr heißen Sommer empfiehlt es sich, die Pflanze ein bisschen zu beschatten. Die Pflanze bevorzugt einen Boden, der humusreich, nährstoffreich, durchlässig und gleichmäßig feucht ist. Jedoch ist Staunässe zu vermeiden, damit es nicht zur Wurzelfäule kommt. Bei längerer Trockenheit sollte an die Pflanze zu wässern. Jedoch nicht, wenn sich die ersten Beeren zeigen, da Gefahr besteht, dass sie bei zu starker Wässerung platzen.

Ribiselblüte

Ribiselblüte

Die optimale Pflanzzeit ist im Herbst ab Mitte Oktober oder im milden Winter. Ein Pflanzen des Ribisel ist im Frühjahr vor dem ersten Austrieb ebenfalls möglich. Zunächst ist der Boden umzugraben und mit Kompost oder Mist anzureichern. Der Strauch ist so tief einzusetzen, dass die untersten Knospen der Triebe gerade mit Erde bedeckt sind. Der Pflanzabstand zwischen den Sträuchern, die anfangs abgestützt werden sollten, beträgt ca. 1,5 m. Beim Hochziehen der Ribisel an einem Rahmen mit quer verlaufenden Drähten beträgt der Pflanzabstand je nach Wuchsstärke 1 m bis 1,2 m.

 

Videotipp Ribisel vermehren und pflanzen

Ernte

Die Ernte der Beeren erfolgt von Mitte Juni bis Mitte August. Die Trauben werden entsprechend ihrem Reifegrad entweder komplett oder in mehreren Etappen abgepflückt und erst kurz vor der Verarbeitung bzw. dem Verzehr von den Stielen entfernt. Die Beeren sind nach der Ernte maximal zwei bis drei Tage im Kühlschrank haltbar und lassen sich schlecht lagern. Da sie druckempfindlich sind, werden sie nur locker und leicht aufgelegt. Die Beeren können eingefroren und zuvor zunächst auf einem Tablett oder ähnlichem vorgefroren werden. Dadurch wird ein Verklumpen der Beeren verhindert.

Vermehrung

Neue Ribiselstauden lassen sich gut durch Stecklinge nachziehen. Vorzugsweise werden hier junge Triebe verwendet, die bereits erste Früchte getragen haben. Ca. 20 cm lange, schräg angeschnittene Triebe werden so tief in den Boden gesteckt, dass lediglich ein paar Zentimeter herausragen. Anschließend wird die Erde um den Trieb mit Kompost oder nährstoffreicher Erde angereichert und angegossen. Im Folgejahr wird die Jungpflanze an den gewünschten Platz umgesetzt, damit sich die bereits gebildeten Wurzeln weiter ausbreiten können.

Pflanzenschnitt

Ein regelmäßiger Pflanzenschnitt ist für einen optimalen Wuchs und eine ertragreiche Ernte sinnvoll. Der Schnitt sollte jedes Jahr im Herbst nach der Ernte der Beeren erfolgen. Bei Sträuchern, die im Herbst gepflanzt wurden, erfolgt der erste Schnitt erst im Frühjahr und anschließend regelmäßig im Herbst. Es werden unerwünschte Seitentriebe, die sich bis ca. 10 cm über dem Boden gebildet haben, entfernt. Die Triebe bringen in der Regel lediglich 3-5 Jahre gute Erträge. Daher sollten jeweils die drei ältesten Triebe bodennah entfernt werden, um Platz für neue, junge Triebe zu schaffen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass keine Reste der Triebe übrig bleiben. Bei einem kräftigen Wuchs ist ein Auslichtungsschnitt möglich, um für nachwachsende Triebe Platz zu schaffen und für eine gute Belichtung der Beeren im kommenden Jahr zu sorgen. Etwa nach 15 Jahren ist die Lebensdauer des Strauches erschöpft, sodass ein Verjüngungsschnitt nur noch wenig Erfolg bringt.

Infos zu häufigen Krankheiten und Schädlingen

Bei der Blattfallkrankheit handelt es sich um eine häufig beim Ribisel auftretende Pilzerkrankung. Ende Mai können an den Blättern im unteren Strauchbereich kleine braune bis schwarze Flecken auftreten. Diese vergilben, rollen sich an den Rändern ein und fallen ab. Befallene Blätter sind umgehend zu entfernen, da bei einem starken Befall selbst Triebe und Beeren geschädigt werden können. Vorbeugend kann das am Boden liegende Laub im Herbst entfernt werden.

Bei der Johannisbeerblasenlaus handelt es sich um eine gelbliche Blattlaus, deren Eier in den Rindenschuppen der Pflanze überwintern. Im Frühjahr zeigen sich auf den Blattoberflächen rötlich hochgewölbte Blasen sowie ein honigtauartiger und schwarzer Pilzbelag.

Bei der Johannisbeertrieblaus handelt es sich um eine weiß bestäubte, dunkelgrüne Blattlaus, die an den Trieben im Eisstadium überwintert. Ab dem Frühjahr bildet sie an den jungen Triebspitzen dichte Kolonien, die diese stark ansaugen. Es zeigen sich nestartige, zusammengekrümmte Blätter und die Triebe scheinen verdreht und gestaucht zu sein.

In beiden Fällen sind zur Vorbeugung und Bekämpfung die gleichen Mittel möglich wie beim Blattlausbefall. Bei einem häufigen Befall hilft das Bespritzen der Pflanze mit einem ölhaltigen Präparat.

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