Nacktschnecken im Garten bekämpfen

Spanische Wegschnecke

Nacktschecke auf Nahrungssuche

Während Schnecken mit eigenen Häusern Sympathie erwecken, sind seit geraumer Zeit Nacktschnecken in unseren Gärten auf dem Vormarsch. Ein importierter Schädling, man spricht dabei von „Neozoa“, ist die Spanische Wegschnecke.

Die Spanische Wegschnecke ist eine etwa 10 Zentimeter lange Nacktschnecke, die im Garten große Schäden anrichtet. Sie ernährt sich von beinahe allen Pflanzenarten sowie Aas und verschmäht selbst unangenehm riechende Gewächse nicht. Insbesondere im Hochsommer wird die Spanische Wegschnecke zur echten Plage für den Gärtner. Da sich die Tiere stark vermehren, muss umgehend gehandelt werden, um ihr extremes Ausbreiten zu verhindern. Noch besser ist es, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen.

Hinweis:

Inzwischen gibt es eine neue Studie zur Spanischen Wegschnecke die aufgezeigt hat, dass es sich in Mitteleuropa nicht um die „Spanische Wegschnecke“ handelt, sondern um hier heimische Nacktschnecken, die mit herkömmlichen Methoden nicht bestimmbare sind, man spricht dabei von sogenannte kryptischen Arten.  Die Tipps behalten natürlich ihre Gültigkeit!

Wer die Ansiedlung von Nacktschneckenverhindern möchte, meidet im Staudenbeet Pflanzenarten, die von ihr besonders gern aufgesucht werden. Dazu zählen unter anderem die Tagetes, die Lupine und der Frauenmantel, wobei Letzterer vorwiegend als Versteck und Schutz vor Hitze genutzt wird. Wer auf die Studentenblume nicht verzichten möchte, pflanzt sie nicht allzu dicht zusammen, damit der Boden tagsüber abtrocknen kann.

Das Mulchen der Beete bietet viele Vorteile. Der Boden bleibt länger feucht. Leider genießt auch die Nacktschnecke  derartige Lebensräume. Als Mulchmaterial sollten scharfkantige und trockene Materialien verwendet werden. Rasenschnitt lockt die Spanische Wegschnecke verstärkt an.

Haben sich Nacktschnecken angesiedelt, müßen diese beseitigt werden, damit die Ernte nicht gefährdet wird. Als biologisches Mittel hat sich das morgendliche Absammeln bewährt. Die Tiere sollten nicht direkt hinter dem Gartenzaun ausgesetzt werden, da sie ansonsten schnell wieder im Garten anzutreffen sind. Wer Holzbretter auf den Wegen auslegt, bietet der Schnecke Versteckmöglichkeiten. Nimmt man die Bretter auf, kann man die Tiere an der Brettunterseite absammeln.

Viele Gärtner verwenden die Bierfalle, in der die Schnecke ertrinkt. Zu flach dürfen die hierfür genutzten Gefäße nicht sein, ansonsten flüchtet der widerstandsfähige Schädling. Ein weiterer Tipp ist, um besonders gefährdete Pflanzen Kaffeepulver zu streuen. Dieses enthält ein Gift, das die Schnecke tötet. Selbst aufgebrühte Kaffeereste können als Schneckengift verwendet werden.

Häufig wird zur Bekämpfung der Spanischen Wegschnecke Kochsalz empfohlen. Zwar tötet das Natriumchlorid die Tiere tatsächlich, allerdings vertragen es die meisten Pflanzen nicht.

Bei einem allzu starken Schneckenbefall ist der Einsatz chemischer Mittel manchmal nicht zu vermeiden. Hierzu werden Molluskizide verwendet, wie sie im handelsüblichen Schneckenkorn enthalten sind. Allerdings sollte sich der Gärtner darüber bewusst sein, dass auch Nutztiere diese Mittel aufnehmen können. Insbesondere für Hunde ist Schneckenkorn sehr gefährlich.

Nacktschnecken sind nicht auf der Speisekarte von Igel

Nacktschnecken sind nicht auf der Speisekarte von Igel

Anders als die meisten Schneckenarten wird die Nacktschnecke kaum von Igeln, Fröschen oder Wildvögeln vertilgt. Schuld sind ihre bitteren, schleimigen Absonderungen. Die Indische Laufente hingegen hat sich auch bei uns im Garten bei der Schneckenbekämpfung bewährt. Natürlich muss der Gärtner damit rechnen, dass sie nebenbei die eine oder andere Nutzpflanze frisst. Jedoch dürfte der Nutzen der Indischen Laufente überwiegen.

Hilfreich ist ebenfalls der Einsatz der Weinbergschnecke. Sie frisst ebenso wie der Gemeine Grabkäfer die Eier der Spanischen Wegschnecke. Damit diese im Garten heimisch bleibt, muss man ihr einen geeigneten Lebensraum bieten. Dazu zählen ständig feuchte Unterschlupfmöglichkeiten. Trocknet der Boden vollständig aus, können die entsprechenden Regionen gewässert werden.