Tomate – vom Saatgut bis zur Ernte

Tomatensamen selbst gewinnen

Wie kann man selbst Samen gewinnen?

Verwenden Sie nur die reifen und kräftigen Tomaten, um Saatgut zu gewinnen. Für die Anzucht mehrerer Pflanzen reicht der Samen einer Tomate. Schneiden Sie diese in vier Stücke und schaben Sie mit einem kleinen Löffel vorsichtig die Flüssigkeit mit dem enthaltenen Samen aus der Tomate. Verwenden Sie am besten eine kleine Schüssel oder Schale zum Sammeln der Flüssigkeit.

Wenn Sie ausreichend Samen gesammelt haben, geben Sie die Flüssigkeit mit dem Samen in ein Sieb und spülen ihn vorsichtig ab. Danach streichen Sie den übrig gebliebenen Samen auf ein Küchenpapier. Lassen Sie nun den Samen an der Luft trocknen. Wenn der Samen getrocknet ist, falten Sie das Küchenpapier und beschriften Sie es mit dem Namen der Tomatensorte. Verwahren Sie diesen am besten in einer Dose an einem kühlen und dunklen Ort auf. Er bleibt somit bis zu acht Jahre keimfähig.

Bei dieser oben beschriebenen Methode benötigt der Samen bei der Aussaat länger als üblich, um in der Erde zu keimen. Verantwortlich hierfür ist seine natürliche keimhemmende Schicht, die ihn umgibt. Allerdings gibt es bei der Gewinnung des Saatgutes noch eine weitere Variante, die das Keimen des Samens beschleunigt.

Hierfür geben Sie den Samen, den Sie aus der Tomate gewinnen, in ein Glas mit Wasser. Stellen Sie dieses Glas für drei Tage an einen warmen Ort und rühren Sie einmal am Tag vorsichtig die Flüssigkeit um. Nach Ablauf dieser Zeit fangen Sie den Samen mit einem Sieb auf und schütteln ihn in dem Glas vorsichtig mit frischem Wasser durch. Durch diesen Vorgang löst sich die keimhemmende Schicht und der Samen keimt wesentlich schneller bei der späteren Aussaat.

Zur Gewinnung des Saatguts können Sie generell alle Sorten verwenden. Vorausgesetzt es handelt sich nicht um Hybridpflanzen.

Unser Videotipp zur Samengewinnung

Wann beginnt man mit der Aufzucht von Tomatenpflanzen?

Der Termin der Anzucht der Tomate hängt davon ab, ob Sie die Anzucht im Haus auf einer Fensterbank oder in einem Gewächshaus im Garten wählen.

Bei der Anzucht in einem Gewächshaus im Garten können Sie ab März beginnen. Wählen Sie für die Anzucht im Garten einen hellen und frostgeschützten Platz. Um schöne und kräftige Pflanzen zu erhalten, ist das die beste Variante. Allerdings sollten Sie beachten, dass Sie die jungen Tomatenpflanzen über Nacht ins Haus stellen.

Wenn Sie für die Anzucht der Tomaten die Fensterbank in Ihrer Wohnung wählen, beginnt die Aussaat Ende Februar. Der Nachteil hierbei ist allerdings, dass die Pflanzen in der Regel weniger Licht erhalten. Sollten die jungen Pflanzen nach einer Seite kippen, ist der gewählte Standort zu dunkel.

Ende Mai können Sie dann die Tomatenpflanzen in den Garten setzen. Generell bevorzugen die Tomaten einen sandigen Lehmboden. Achten Sie darauf, dass der gewählte sonnige Standort nicht zu feucht ist und vergessen Sie nicht, die Tomaten gut zu düngen. Ab einer gewissen Wuchshöhe droht die Pflanze zu kippen und zu brechen. Binden Sie deshalb die Pflanzen an einen Stab oder Spalier, um ihnen Halt zu geben.

Was muss man bei der Pflege von Tomatenpflanzen beachten?

Geiztrieb einer Tomate

Geiztrieb einer Tomate

Tomatenpflanzen sind recht pflegeleicht und bedürfen wenig zusätzlicher Pflege, wenn sie weitestgehend vor Wind und Regen geschützt an einem sonnigen Platz stehen. Allerdings ist es sinnvoll, die Pflanzen bei Regen zusätzlich mit einer Plane abzudecken. Achten Sie darauf, dass die Plane die Pflanzen nicht berührt und entfernen Sie diese nach dem Regen wieder. Wer möchte, kann Tomaten ausgeizen.  Das bedeutet, dass Sie die jungen Seitentriebe der Pflanze entfernen, um eine reiche Tomatenernte zu erhalten. Die Kraft der Tomatenpflanze konzentriert sich dadurch auf die Haupttriebe. Gießen Sie die Pflanzen regelmäßig und lassen Sie den Boden nie komplett austrocknen. Wichtig beim Gießen der Tomatenpflanzen ist, dass Sie nur von unten die Pflanzen mit Wasser versorgen.

Unser Videotipp zum Ausgeizen von Tomaten

Was muss man bei der Ernte beachten?

Erntereife Tomaten

Erntereife Tomaten

Achten Sie bei der Ernte Ihrer Tomaten darauf, dass Sie diese erst dann ernten, wenn sie vollständig ausgereift sind. Denn je länger eine Tomate an der Pflanze reift, um so besser und intensiver ist ihr Geschmack. Allerdings ist es ratsam, die noch verbliebenen grünen Tomaten im Herbst zu ernten. Lassen Sie sie an einem dunklen Ort in Ihrer Wohnung nachreifen. Um die Tomaten zu ernten, knicken Sie sie an der verdickten Stelle am Stängel nahe der Frucht ab.

Unser Videotipp zur Ernte von Tomaten

Mögliche Krankheiten bei Tomatenpflanzen

Eine der häufigsten Krankheiten der Tomatenpflanzen ist die Kraut- und Braunfäule. Diese typische Krankheit bei Tomaten entsteht, wenn sie übermäßiger Feuchtigkeit und Nässe ausgesetzt werden. Sie erkennen diesen Befall an den eingerollten schwarz verfärbten Blättern und die Früchte werden braun und beginnen zu faulen. Zwei weitere typische Krankheiten mit ähnlichem Verlauf sind die Dürrfleckenkrankheit sowie die Frucht- und Stängelfäule. Verantwortlich sind in beiden Fällen Pilze, die durch Feuchtigkeit und Wind übertragen werden. In allen drei Fällen ist es wichtig, die befallenen Pflanzen zu entfernen und die verwendeten Stäbe oder Spaliere gründlich zu reinigen.

Eine vierte häufige Krankheit ist der Echte Mehltau. Es handelt sich dabei um einen weißen und mehlartigen Pilz, der die Blätter und Stiele der Pflanzen befällt. Auch bei dieser Krankheit sollten Sie die befallenen Pflanzen sofort entfernen, um eine Ausbreitung des Echten Mehltaus zu verhindern.

 

Wie kam die Tomate nach Europa?

Die Tomate kam Ende des 14. Jahrhunderts durch Christoph Kolumbus von Südamerika nach Europa. Die Kultivierung der Tomate in Europa fand allerdings erst ab dem 16. Jahrhundert in Italien statt, weshalb sie dort wohl auch sehr stark in der Küche verankert ist.

Charakteristisch für die Tomate ist ihr hoher Wasseranteil. Des Weiteren enthält sie verschiedene Mineralstoffe wie Zink, Magnesium oder Eisen sowie einige Vitamine wie Vitamin C, Vitamin E und Vitamin B6. Darüber hinaus enthält die Tomate einige sekundäre Pflanzenstoffe.

2 Kommentare:

  1. Hallo Serverin,

    das ist wirklich ein gelungener Beitrag zur Tomate geworden. Ich habe bisher noch nicht gewusst, dass man die Saat der normalen Tomatenfrucht so einfach verwenden kann. Logisch ist es, aber manchmal kommt man nicht auf die einfachsten Dinge 🙂 Danke, dass du Step by Step alle wichtigen Punkte erläutert hast.

    Eine Frage habe ich allerdings: Welchen Dünger kannst du für die Anzucht empfehlen? Meine Ernte war im vergangenen Jahr recht spärlich – das möchte in diesem Jahr verändern 🙂 Ich freue mich auf deine Antwort!

    Janine

    • Hallo Janine! Tomaten benötigen reichlich Kalium, aber auch andere Mineralien.

      Eine reichliche Stickstoffversorgung verursacht aber schnelles Wachstum das die Pflanzen anfällig für Schädlinge und Krankheiten macht.

      Tomatendünger sollte folgende Inhaltsstoffe enhalten: Stickstoff,Phosphor,Magnesium, Schwefelund Spurenelemente wie Eisen, Bor und Mangan

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