Zwiebeln im Garten

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Die Zwiebel, die auch unter den Synonymen Speise-, Gemüse- oder Küchenzwiebel bekannt ist, zählt zur Gattung der Lauchgewächse aus der Familie der Liliengewächse. Aus botanischer Sicht werden auch die Speicherorgane diverser anderer Pflanzen als Zwiebel bezeichnet. Typische Beispiele für giftige Zwiebelgewächse sind der Goldstern und die Herbstzeitlose.

Anbau von Zwiebeln
Speisezwiebeln zählen zu den ausdauernden krautigen Pflanzen. Allerdings werden sie im landwirtschaftlichen Anbau und im Garten als Ein- oder Zweijährige gehalten und im Reifestadium geerntet. Im Zwiebelanbau wird nach Sommer- und Winterzwiebeln unterschieden. Sommerzwiebeln werden im März ausgesät.

Die Saattiefe sollte zwischen ein und zwei Zentimeter betragen, der Reihenabstand zwischen 25 und 40 Zentimeter. Innerhalb der Reihe stehen die Zwiebeln in einem Abstand von etwa 5 Zentimetern nebeneinander. Die Zwiebel bevorzugt einen sonnigen Standort, der nicht windgeschützt sein muss! Eine frische Brise hin und wieder vermindert die Gefahr  mit Befall von Mehltau.

Die für die zweijährige Kultur gewonnenen Steckzwiebeln werden ebenfalls im Frühjähr gepflanzt. Die Ernte der Sommerzwiebeln erfolgt in den Monaten zwischen August und Oktober. Das Reifestadium ist am niederliegenden Laub erkennbar. Nach dem Trocknen lassen sich die Zwiebeln einige Monate lagern zb. in einem kühlen Keller gut lagern.

Winterzwiebeln können im August ausgesät werden. Sie überwintern im Boden und reifen im darauffolgenden Frühjahr heran. Die Ernte beginnt im Juni. Winterzwiebeln besitzen einen milderen Geschmack, sind aber nur bedingt lagerfähig. Um die Lagerfähigkeit zu erhöhen, sollten Zwiebeln immer bei trockener Witterung geerntet und kühl, trocken und dunkel aufbewahrt werden.

Zwiebeln bevorzugen einen leichten bis mittelschweren Boden, der humos sein sollte sowie einen sonnigen, warmen Standort. Zur Verbesserung der Bodenverhältnisse kann im Herbst oder im zeitigen Frühjahr verrotteter Kompost eingearbeitet werden. Zwiebeln benötigen während des Wachstums eine gleichbleibende Feuchtigkeit, wobei Staunässe zu vermeiden ist. Gedüngt werden muss nicht. Insbesondere sollte auf die Gabe von Stickstoff verzichtet werden, da diese den Ernteertrag schmälern würde.

Zwiebeln eignen sich auch für die Mischkultur. Sie können mit Petersilie, Gurken und Tomaten, mit Möhren und Salat kombiniert werden. Mit Kartoffeln und Hülsenfrüchten (zB. Erbsen) sollten sie nicht zusammenstehen.

Schädlinge bei Zwiebeln:
Einer der häufigsten Schädlinge bei der Zwiebel ist die Zwiebelfliege. Sie legt ihre Eier im Wurzelhals der Pflanze ab, wo aus diesen in den nächsten Tagen Maden schlüpfen. Diese höhlen das Innere der Zwiebel aus und zerstören ihr Herz. Jüngere Pflanzen sterben in der Folge, ältere verfaulen. Vorbeugend kann ein Schutznetz über das Zwiebelbeet gespannt werden, welches auch gegen andere Schadinsekten, beispielsweise die Weiße Fliege, schützt. Im ökologischen Anbau wird das Spritzen mit einem Rainfarn- oder Wermutsud empfohlen. Teilweise wird auch von Erfolgen mit dem Ausbringen von Kaffeesud auf das Zwiebelbeet berichtet.

Zu den engen Verwandten der Speisezwiebel zählen die Schalotte, die Winterheckzwiebel, der Schnittlauch, der Porree und der Knoblauch. Sie ähneln sich im Aufbau und im Geschmack. Zwiebeln verleihen Fleisch- und Suppengerichten sowie Soßen und Gemüsegerichten eine scharfe Note. Zudem besitzen sie eine gesundheitsfördernde Wirkung.

Geschichte der Zwiebel

Die Zwiebel zählt zu den ältesten Kulturpflanzen. Bereits seit 5000 Jahren nutzen wir Menschen die Zwiebel als Heilplfanze und vielseitige Ergänzung auf unserem Speiseplan. Aus welcher Pflanzenart sie gezüchtet wurde, ist ebenso unbekannt wie ihre Herkunft. Bisher geht man davon aus, dass sie aus Asien oder Afghanistan stammt. Traditionell wurde sie als Heil- und Gewürzpflanze genutzt. Sie sollte Entzündungen, Verdauungsbeschwerden und Erkältungen lindern und den Blutdruck senken. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen ätherische Öle, Mineralstoffe und Vitamine. Zwiebeln wurden als so wertvoll angesehen, dass sie zeitweise als Zahlungsmittel verwendet wurden. Im 15. Jahrhundert begann man in Europa mit der gezielten Zwiebelzucht. Inzwischen sind unzählige Zwiebelsorten mit verschiedenen Zwiebelfleischfärbungen erhältlich.

Die Zwiebel besteht aus dem unterirdisch wachsenden, fleischig verdickten Speicherorgan, welches aus den Unterblättern gebildet wird. Dieses wird als Schalenzwiebel bezeichnet. An der Sprossachse werden die Blüten gebildet. Die grünen Oberblätter wachsen röhrenförmig und sind in ihrem Inneren hohl.
Warum weinen wir wir beim  Schneiden von Zwiebeln?
Wir Menschen müssen beim Schneiden der Zwiebel „weinen“, weil das im Inneren der Zelle befindliche Enzym Alliinase die Aminosäure Isoalliin unter anderem in das die Schleimhäute reizende Propanthial-S-Oxid spaltet, das dann durch Verdunstung und Spritzer die Schleimhäute reizt; infolgedessen tränen die Augen.

Quelle: Wikipedia

Befeuchtet man Zwiebeln, Messer und Schneidbrett vermindert sich die Gefahr der Reizung der Augen. Auch eine Zwiebel, die zuvor im Kühlschrank gelegen ist, sollte weniger Tränen verursachen. Natürlich ist es auch hilfreich, sich nicht direkt über die Arbeitsfläche zu beugen. Für ganz empfindliche Augen kan man auf eine Taucher- bzw. Schwimmbrille zurückgreifen.