Giftpflanzen im Garten

Blumen, Sträucher, Gräser und Beeren erfreuen sich großer Beliebtheit – nicht nur bei (Hobby-)Gärtnern, sondern auch bei Kindern. Gerade wenn die Sonne scheint und die kleinen Entdecker draußen unterwegs sind, ist Vorsicht geboten, denn der Verzehr bestimmter Pflanzen kann lebensgefährlich sein. Welche Blumen und Pflanzen für Kinder giftig sind haben wir hier zusammengetragen.

Engelstrompete Blüte

Engelstrompete Blüte

 

  • Engelstrompete

Ein Klassiker –  die imposante und aus Peru stammende Engelstrompete gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und ihre Blüten begeistert nicht nur Blumenliebhaber, sondern zieht auch Kinder an. Leider sind alle Pflanzenteile hoch giftig aufgrund der enthaltenen Alkaloide. Bereits die Einnahme geringer Mengen kann zu Erbrechen, Halluzinationen und Herzbeschwerden führen.

Blauer Eisenhut

Blauer Eisenhut

  • Blauer Eisenhut

Der Blaue Eisenhut gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und zählt zu den giftigsten Pflanzen in Europa, wobei alle Teile dieser Pflanze extrem giftig sind. Bereits 2 g der Wurzel sind tödlich. Der Eisenhut gehört nicht in den Garten mit Kindern.

  • Goldregen

Der Goldregen entstammt der Familie der Hülsenfrüchtler und der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Seine prächtigen Blüten sind eine wahre Augenweide, doch genau hier ist Vorsicht geboten. Es handelt sich um eine hochgiftige Pflanze in all ihren Pflanzenteilen, bereits fünf Samen können zum Tod führen.

  • Tollkirsche

Die Tollkirsche gehört zur Familie der Nachtschattengewächse, in Mitteleuropa ist lediglich die Schwarze Tollkirsche heimisch (Atropa belladonna). Auch hier sind alle Teile der Pflanze giftig aufgrund enthaltener halluzinogener Tropanalalkaloiden. Am gefährlichsten allerdings sind die Früchte für Kinder. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu normalen Kirschen verleiten sie zum Verzehr. Bereits drei Beeren können zum Tod führen.

  • Eibe

Die Eiben sind eine Pflanzengattung in der Familie der Eibengewächse (Taxaceae). Die Eiben sind vor allem in deutschen Gärten beliebt, sei es als Sichtschutz, Gartenbegrenzung oder Zierholz. Giftige Teile sind die Rinde, Nadeln und der Samen, lediglich der rote Samenmantel ist ungiftig. Insbesondere die Samen enthalten das Gift Taxin, wobei der Verzehr von bereits ein bis zwei Samen schwere Vergiftungen hervorrufen kann.

  • Fingerhut

Der Fingerhut (Digitalis) gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Der Fingerhut ist wunderschön und gleichzeitig extrem giftig, allen voran der beliebte und weitverbreitete Rote Fingerhut. Bereits der Verzehr von zwei Blättern kann zu einer tödlichen Vergiftung führen.

 

  • Rizinus/Christuspalme/Wunderbaum

Rizinus, auch genannt Christuspalme oder Wunderbaum, entstammt der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) und ist seit der Antike als Pflanze zur Gewinnung des sogenannten Rizinusöls bekannt. Die Schalen der Samen sind hochgiftig – bereits ein Samen kann zum Tod eines Kindes führen. Das Rizinusöl selbst enthält keine Giftstoffe, da diese wasserlöslich, aber nicht fettlöslich sind und daher nicht ins Öl gelangen.

  • Gefleckter Schierling

Der Gefleckte Schierling stammt aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und zählt zu den giftigsten Arten der Doldengewächse. Im Altertum wurde ein Trank aus dieser Pflanze für Hinrichtungen verwendet. Ein sehr bekanntes Opfer dieses Gifttranks ist der griechische Philosoph Sokrates. Leicht verwechselt wird er mit dem Wiesen-Kerbel, der Schafgarbe und manchmal auch mit der Petersilie.

  • Riesenbärenklau

Der Riesenbärenklau, auch Herkuleskraut genannt, ist in letzter Zeit oft in den Medien. Er gehört ebenso zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist eine krautige Pflanze, die vor allem an Waldrändern und in Wildgärten anzutreffen ist. Für Kinder ist der Riesenbärenklau aufgrund seiner Höhe (teilweise über 3,5 m) besonders attraktiv. In der Pflanze enthaltene Substanzen können auf der Haut in Verbindung mit Sonnenlicht zu phototoxischen Reaktionen führen: Verbrennungen, Fieber, Kreislaufschocks können die Folge sein. Grundsätzlich sind alle Teile der Pflanze giftig und der Saft stellt eine besondere Gefährdung dar.

  • Rittersporn

Der Rittersporn zählt zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Alle Teile der Pflanzen enthalten gefährliche Alkaloide, die denen des Eisenhutes ähneln, allerdings eine schwächere Wirkung zeigen. Die Einnahme kann zu Durchfall, Bewegungsstörungen und nervösen Symptomen, Hautreizungen führen und die Herzmuskulatur angreifen.

Achtung - nicht mit dem Maiglöckchen verwechseln!

Achtung – nicht mit dem Maiglöckchen verwechseln!

  • Maiglöckchen

Immer wieder kommt es zu Verwechslungen des Maiglöckchens mit dem Bärlauch (so auch bei den Herbstzeitlosen, die ebenso giftig sind). Eindeutig können die Blätter des Bärlauchs durch den Knoblauchgeruch zugeordnet werden. Alle Pflanzenteile des Maiglöckchens sind extrem giftig, wobei die giftigsten Teile die roten Beeren sind und zu kurzzeitigen Herz-Rhythmus-Störungen führen können.

  • Seidelbast

Der Seidelbast gehört zur Familie der Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae). Der Verzehr von zehn Beeren kann zum Tod eines Kindes führen. Das Gift kann auch über die Haut aufgenommen werden und führt zu Kreislaufstörungen sowie Schädigungen des Zentralnervensystems.

  • Stechapfel

Der Stechapfel zählt zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Alle Pflanzenteile des Stechapfels sind hochgiftig. Bereits 4 g können bei einem Kind zum Tod führen.

 

Weitere Giftpflanzen, die Sie kennen sollten

  • Efeu→ Magen-Darm-Entzündungen, erhöhte Temperatur
  • Buchsbaum (Buchs) → Erbrechen, Krämpfe bis hin zum Tod
  • Vogelbeerbaum (Eberesche, Vogelbeere) → Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
  • Rhododendron → Übelkeit, Erbrechen
  • Oleander → Übelkeit, Herzbeschwerden
  • Lebensbaum, auch genannt Thuja oder Friedhofsbaum → Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
  • Bärenklau → Rötungen und Verbrennungen

Hahnenfuß, Besen- und Färberginster, Christrose, Kirschlorbeer, Mimose, Osterglocke (gelbe Narzisse), Robinie

 

Erfreulicherweise ist eine große Auswahl an Zimmerpflanzen ungiftig und für die kleinen Entdecker ungefährlich. Ausnahmen gibt es dennoch: zB Alpenveilchen und Dieffenbachie. Schwach giftig ist der Gummibaum (Ficus), das Korallenbäumchen und der Weihnachtsstern.

Beachten sollte man auch, dass auch einige Nutzpflanzen in unreifem oder ungekochtem Zustand zu gesundheitlichen Problemen führen konnen -wie zB grüne Tomaten,  rohe Bohnen, rohe Holunderbeeren (auch Blätter, Triebe und Rinde des Holunderstrauches) und die grünen Knollen sowie die weiteren Pflanzenteile der Kartoffel.

Sie werden nicht alle giftigen Pflanzen kennen, doch eine gute Möglichkeit ist, sich im eigenen Garten und in der nahen Umgebung umzusehen, welche Pflanzen wachsen. Giftige Pflanzen, die in Ihrem Garten oder Heim wachsen, sollten Sie möglichst entfernen. Bei älteren Kindern können Sie mit diesen gemeinsam die Pflanzenwelt erkunden und ihnen zeigen, welche Pflanzen gut schmecken wie zB Brunnenkresse und welche giftig sind.

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