Die richtigen Pflanzen für den Gartenteich

Gesunde Teichpflanzen wirken Algenblüten entgegen

Beachten Sie auch Teil 1

In jedem Gartenteich gibt es im Frühjahr eine Algenblüte. Das liegt daran, dass am Teichgrund oder zu den Ufern Biomasse zu Nährstoffen umgewandelt wird, die sich während dem Winter im Wasser stauen. Die Algen entwickeln sich sehr schnell, womit es erst die Algenblüte gibt. Die Teichpflanzen kommen ein paar Wochen später in Fahrt und
werden den Algen zur Konkurrenz.

Die Teichpflanzen ziehen die Nährstoffe aus dem Wasser, womit im gesunden Gartenteich das Algenwachstum ausgebremst wird. Deswegen ist es sehr wichtig, die Bepflanzung am Gartenteich gut zu planen, da die Wasserpflanzen weitere wichtige Funktionen für die Wasserqualität und das Teichleben einnehmen.

Die Tiefwasserzone

Ab 60 cm, mit Fischbesatz wenigstens 1,2 Meter tief und 2 m² groß
Das Krause Laichkraut „Potamogeton crispus“ wird in den lehmigen Bodengrund gesetzt oder zur Sicherheit in Pflanzkörben versenkt, die ein unkontrolliertes Vermehren durch Ausläufer verhindern. Die Pflanze braucht eine Wassertiefe von 50 bis 100 cm, purer Schatten ist zu meiden. Das Wasser soll mittelhart sowie kalkarm sein. Das Krause Laichkraut zieht viel Phosphor und Stickstoff aus dem Wasser, vereitelt damit Algenblüten
und gibt Jungfischen und anderem Getier Schutz. Die Unterwasserpflanze blüht von Juni bis August. Es gibt weitere Arten vom Laichkraut, das Kamm-Laichkraut gedeiht in Wassertiefen von 20 bis 350 cm.


Die Weiße Seerose „Nymphaea alba“ eignet sich für größere Gewässer, sie kann mit ihren Blättern große Flächen bedecken. Wenn sie nicht in einem sicheren Pflanzkorb gesetzt wird, breitet sie sich im Sonnenschein schnell aus, wenn das Wasser mittelhart und nährstoffreich ist. Der Pflanzkorb wäre bis in eine Tiefe von zwei Metern, maximal drei Metern zu versenken. Es gibt viele Zucht-Seerosen, einige eignen sich für die Flachwasserzone oder den Miniteich.

Das Große Nixenkraut „Najas marina“ bildet in Wassertiefen von 100 bis 300 cm grüne Wiesen mit ca. 100 cm Pflanzhöhe am Teichgrund. Die Pflanze braucht alkalisches Wasser, verträgt jedoch keine Wasserverschmutzung. Unter Wasser bildet das große Nixenkraut unscheinbare Blüten, die Früchte treiben im nächsten Jahr mit ihren Samen
neu aus. Die Pflanzen haben einen hohen Nährstoffbedarf.

Verschiedene Schwimmpflanzen gedeihen auch in Tiefwasserzonen, wobei
Flachwasserzonen sich schneller erwärmen und für Wasserpflanzen im Frühjahr den besseren Start bieten. Neben den verwurzelnden Pflanzen können auch Schwimminseln über das offene Wasser treiben. Angeleint bleiben diese auf dem offenen Wasser.

Seerosen Teich
Seerosen Teich

Die Flachwasserzone

20 bis 60 cm tief, wichtig für Kleinlebewesen

Die Schwanenblume „Butomus umbellatus“ wächst als Grasbüschel in einer Wassertiefe von 20 bis 30 cm und bildet Blütenstände mit vielen kleinen rosaroten Blüten von Juni bis August. Stellen mit voller Sonne sollen vermieden werden. Die Wuchshöhe kann mit 50 bis maximal 150 cm kalkuliert werden.

Das Pfeilkraut „Sagittaria sagittifolie“ wächst in einer Tiefe von 20 bis 30 cm und wird 20 bis maximal 100 cm groß. Die Blätter bleiben teils unter Wasser sowie es sich im Herbst komplett zurück zieht und im Frühjahr neu austreibt. Dem Namen nach bilden die Blätter vom Pfeilkraut die Form von einem Pfeil. Dieser weist bei satter Sonne immer nach Norden. Die vielen kleinen Blüten am Blütenstand sind weiß und blühen von Juni bis August.


Der gemeine Froschlöffel „Hydrocharis morsus-ranae“ braucht einen freien Standort in einer Wassertiefe von 5 bis 30 cm, kompletter Schatten soll vermieden werden. Die Blätter sind groß, der Blütenstand wächst mit vielen kleinen weißen Blüten von Juli bis August über die Pflanze hinaus. Der gemeine Froschlöffel wird 20 bis 90 cm groß.
Das Herzblätterige Hechtkraut „Pontederia cordata“ kann einzeln oder in kleinen Gruppen stehen. Reine Schattenstellen sind zu meiden, die Wassertiefe soll bei 20 bis 30 cm liegen. Das Hechtkraut ist nur bedingt Winterhart und kann am einfachsten als Pflanzkübel im Herbst entnommen und in einem kühlen, aber frostfreien Raum überwintert werden. Es lohnt sich, da das Hechtkraut mit seinen großen grünen Blättern und seinen Blütenständen mit dicht gepackten blauen Blüten von Juli bis August besonders schön anzusehen ist. Die Pflanzen werden 30 bis 60, teils bis 100 cm groß.

Diese vier Pflanzen der Flachwasserzone vertragen sich gut. Die Schwanenblume, der Froschlöffel und das Hechtkraut gelten als Starkzeher. Auch einige Zwergseerosen eignen sich für die Flachwasserzone und gelten ebenfalls als Starkzehrer. Wären Nährstoffe im Gartenteich eher knapp, dann würden Schwachzehrer sich automatisch durch setzen. In der Annahme, dass sich eher zu viele Nährstoffe im Wasser vom kleinen künstlichen Gewässer befinden, wären diese genannten Pflanzen jedoch eine gute Wahl. Werden sie in einen Pflanzkübel gesetzt, können leicht Düngestäbchen oder Düngekugeln für Wasserpflanzen platziert werden, womit das restliche Gewässer geschont wird. Für die Pflanzkübel eignet sich ein sandiger Lehmschlamm. Der Pflanzkorb soll keine großen
Öffnungen haben, damit das Substrat nicht ausgeschwemmt wird.
Als Hintergrundpflanzen können Rohrkolben oder schmalblätteriger Rohrkolben gesetzt werden. Zwerg Rohrkolben wird nur bis 70 cm hoch und könnte damit auch weiter im Vordergrund stehen. Größere Rohrkolben brauchen jedoch Wassertiefen bis über 50 cm.


Im allgemeinen handelt es sich um Starkzehrer.
Auch Schilf kann als Hintergrundpflanze gesetzt werden. Es wird bis zu vier Meter hoch, braucht Sonne, steht in Wassertiefen bis einen Meter und zieht viele Nährstoffe. Damit es mit seinen Rhizomen nicht zu sehr wuchert, sollte es in entsprechenden Pflanzkübeln gesetzt oder direkt im Filtergraben gepflanzt werden.

Uferrandzohne
Uferrandzone

Die Uferrandzone

0 bis 20 cm Wassertiefe
Der Fieberklee „Menyanthes trifoliata“ verträgt Wassertiefen von 5 bis 10 cm und bildet üppige Teppiche mit weißen Blütenständen. Die Blüte ist von April bis Juni zu erwarten.

Mit bis maximal 30 cm Wuchshöhe bleibt der Fieberklee relativ klein, die mehrjährigen Pflanzen sind winterhart. Stellen mit vollem Schatten sind zu meiden. Der Boden und das Wasser sollen kalkfrei, weich bis sauer sein.
Die Sumpfdotterblume „Caltha palustris“ verkraftet eine Wassertiefe bis 10 cm, kann aber auch auf nassem Grund gedeihen. Sie wird 15 bis maximal 60 cm hoch und blüht von März bis Juni mit vielen gelben Blüten. Zuchtformen brauchen mehr Nährstoffe als die Wildform. Komplette Schattenstellen sind für diese winterharte Pflanze zu meiden, die Pflanzen bevorzugen Lehmboden.
Das Lungenkraut „Pulmonaria spec“ soll nicht direkt im Wasser stehen, braucht nur wenig Sonne und wird maximal 30 cm hoch. Die Blüte fällt in das Frühjahr. Die winterharte Pflanze ist ein Starkzehrer. Das Lungenkraut eignet sich gut für beschattete Randzonen. Die Gauklerblume „Mimulus luteus“ gedeiht bis 10 cm Wassertiefe und bildet mehrere gelbe Blüten an den hoch wachsenden Blütenständen. Die Wuchshöhe liegt bis 30 cm, die
Blütezeit beginnt im Juni. Die Gauklerblume ist ein Starkzehrer, der nicht winterhart ist.

Die Auswahl ist groß

Viele Wasserpflanzen bilden ganze Gattungen oder es gibt viele Zuchtformen wie bei der Seerose. Wenn einem die eine Art aus der Gattung nicht gefällt, dann findet sich mit Glück eine andere Art, die sich perfekt in den eigenen Gartenteich integrieren lässt.

Fazit: Teichpflanzen

Jedes Gewässer muss sich finden. Trotz ähnlicher Gegebenheiten wachsen einige Wasserpflanzen besser oder schlechter. Wenn Wasserpflanzen als empfindlicher gelten, sollen sie im ersten Jahr nur zum Versuch angesetzt werden. Wenn sie gut gedeihen, haben sie sich bis zum nächsten Jahr vielleicht schon genügend vermehrt. Wichtig ist, dass man beim künstlichen Gewässer nicht zu sehr an Pflegemaßnahmen spart. Viele
Wasserpflanzen mehren sich zu stark und sollen nicht allein zurück geschnitten werden. Ein Teil der Pflanzen muss wieder entfernt werden. Demnach können Seerosen so viele schwimmende Blätter bilden, dass der Gasaustausch vom Wasser zur Luft ungenügend stattfindet. Maximal 50% der Wasserfläche von einem Gartenteich soll mit Schwimmpflanzen bedeckt sein. Dann kommt Licht in das Wasser, womit wichtige Unterwasserpflanzen gedeihen, die für Fische und andere Wassertiere Schutz bieten. Wer zu viele Wasserlinsen oder Froschlöffel hat, der beschattet den Bodengrund zu intensiv, womit dieser nackt liegen bleibt.

Neben der einfachen Zonierung nach Wassertiefe soll eine weitere Gliederung für die Bepflanzung sicher stellen, dass nach vorne die Sicht frei bleibt und die hohen Pflanzen nicht zu viel Schatten werfen. Aber auch die Blütezeitpunkte sind wichtige Kriterien, hier einige Anregungen für die Sumpfzone vom Gartenteich. Schön ist es, wenn über das ganze warme Jahr verteilt Pflanzen blühen. Eine üppige Blütenpracht kann durch ein
punktuelles Düngen im Pflanzkorb begünstigt werden. Ansonsten sollen möglichst wenig Nährstoffe in das Gewässer eingetragen werden. Absterbende Pflanzenmasse kann dem Wasser viel Sauerstoff entziehen.

Das Gewässer kann auch durch zu viel Teichschlamm in die anärobe Zersetzung über gehen oder nach Algenblüten kippen. Deswegen sollen in nährstoffbelasteten Gewässern Starkzehrer gesetzt werden. Mit dem Rückschnitt oder dem Entfernen einiger Pflanzen werden zugleich die Nährstoffe vom Gartenteich entfernt. Wenn alle paar Jahre in der
Tiefwasserzone mit dem Schlammsauger die Wassertiefe wieder hergestellt wird, verbessert das ebenfalls die Wasserqualität. Selbst ohne Fischbesatz gibt es viele Wassertiere, die nur mit genügender Wassertiefe durch den Winter kommen. Diese Arbeiten finden überwiegend im Herbst statt, womit die typische Algenblüte im Frühjahr abgeschwächt wird. Dennoch bleiben die hier beschriebenen Pflegemaßnahmen während
der Frühjahrs-Algenblüte wichtig. Die Starkzehrer brauchen etwas länger als die Algen, entziehen ihnen dann jedoch die Nährstoffe. Das stabilisiert das künstliche Gewässer. Mit der richtigen Zonierung und Bepflanzung gedeihen die Pflanzen und machen bei der Pflege weniger Arbeit. Im Herbst muss die notwendige Teichpflege dennoch stattfinden, damit der Start ins Frühjahr gelingt.

Beachten Sie auch Teil 1

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