Regrowing: Gemüse & Obst selbst nachwachsen lassen

Regrowing: aus Gemüse- und Obstresten neue Pflanzen nachwachsen zu lassen ist der neue Trend. Ein Trend, der sich sehen lassen kann: Es macht nicht nur unendlich Spaß, sondern schont auch unsere Ressourcen und Umwelt. Zusätzlich kannst du dir einiges an Geld sparen, indem du frische Lebensmittel von deinem Balkon oder Garten selbst pflückst. Wie du Gemüse und Obst kinderleicht zu Hause regrowen kannst, erfährst du hier!

Welche Sorten eignen sich dafür? 

Am besten eignet sich Wurzelgemüse wie Karotten, Wurzelpetersilie oder Knollensellerie. Aber auch Zwiebeln, Lauch, Kartoffeln oder Salat können neue Pflanzen produzieren. Kaum zu glauben: Das Regrowing funktioniert nicht nur bei Gemüse, sondern du kannst sogar Obst wie Mangos und Ananas einfach vermehren. Aber Achtung: Nicht jedes Gemüse und Obst kann verwendet werden. Brokkoli ist zum Beispiel nicht dafür geeignet, da dieses Gemüse blüht und nicht wächst. 

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Welcher Standort ist fürs Regrowing ideal?

Ob deine Pflanze richtig und schnell wachsen kann, hängt vom richtigen Standort ab. Licht und Sonne beeinflussen das Wachstum positiv. Dafür brauchst du nicht einmal einen Garten – du kannst das Gemüse oder Obst auf einer hellen Fensterbank oder im Wintergarten nachwachsen lassen. Sorge dafür, dass deine Pflanzen genügend Licht bekommen: Die bevorzugte Ausrichtung ist nach Westen und die beste Temperatur, vor allem bei exotischen Pflanzen, liegt zwischen 25 und 30 Grad. 

Was brauche ich um Regrowen zu können? 

Wichtig ist das Substrat: Anzuchterde eignet sich für die Stecklinge am besten. Vorteilhaft ist ein hoher mineralischer Anteil im Substrat. Zusätzlich müssen die Pflanzen regelmäßig gegossen werden. Achte zudem auf die Luftfeuchtigkeit und sprüh die Pflanzen immer wieder mit Wasser ein. So simulierst du den ein tropischen Klimas auch in nicht-südlichen Ländern. 

Regrowing für Anfänger: Step-by-Step-Anleitung 

Am Beispiel der Ananas wollen wir dir heute einfach und schnell erklären, welche Schritte du anwenden musst, um selbst zum Regrow-Profi zu werden. Die Ananas-Zucht benötigt viel Geduld, denn die exotische Frucht ist normalerweise höhere Temperaturen gewöhnt, als bei uns herrschen. In den nächsten Schritten zeigen wir dir, wie auch dein Steckling zu einer Ananaspflanze heranwächst.

Step 1: Richtige Ananas auswählen

Kaufe dir eine frische und mittelreife Frucht und achte besonders darauf, dass das Blattwerk der Ananas gesund und frischgrün ist. Sie sollte nicht zu reif sein und das Fruchtfleisch schön gelb. 

Step 2: Den Strunk freilegen 

Schneide mit einem scharfen Messer den oberen Teil der Ananas ab – dabei kannst du gerne etwa ein Viertel des Fruchtfleisches abschneiden. Anschließend wird sämtliches Fruchtfleisch vorsichtig um den Strunk abgeschnitten. Im nächsten Schritt entfernst du die untersten Blätter des Strunks. Ziehe sie behutsam von oben nach unten ab und lasse ca. 10 Blätter stehen. Unser Tipp: Lass deinen Blattschopf 2-3 Tage lang über einer Heizung trocknen. Damit verhinderst du, dass er zu schimmeln beginnt und kannst ihn anschließend ins Wasser geben. 

Step 3: Ab ins Wasser 

Nun ist es so weit: Gib deinen Strunk in ein Glas Wasser. Fülle es immer so voll, dass die Wurzelanlagen im Wasser hängen bleiben. Stelle die Ananas an den für sie vorhergesehenen warmen und hellen Platz. Achte darauf, das Wasser regelmäßig auszuwechseln

Step 4:  Ananas ins Substrat pflanzen

Nach ein paar Wochen kannst du bereits erste Wurzelansätze sehen. Sobald die Wurzeln ca. 3 bis 5 Zentimeter erreicht haben, kannst du sie ins Substrat einpflanzen. Pflanze sie in einen nicht zu kleinen Topf – er sollte einige Abzugslöcher besitzen, damit das Wasser auslaufen kann. 

Step 5: Geduld, Geduld, Geduld 

Jetzt heißt es abwarten und Tee trinken: Die Ananas braucht in der Regel bis zu einem Jahr, bis die erste Blüte sprießt. Nach einem weiteren halben Jahr kann sich der erste Fruchtansatz zeigen. Also gib deiner Ananaspflanze genügend Zeit, bis sie nachgewachsen ist.

In der folgenden Grafik findest du noch einmal eine Zusammenfassung der Schritte aufgelistet: 

Regrowing leicht gemacht: In wenigen Schritten zur Ananas-Zucht. Quelle: (https://www.pro-emit.de/)

Der Kreislauf schließt sich 

Dank Regrowing können Gemüse- und Obstreste, welche normalerweise im Müll landen würden, wiederverwendet werden. Das allgemeine Regrowing-Prinzip bei Obst und Gemüse funktioniert im gleichen Muster wie die Züchtung der Ananas. Wird auf die Helligkeit, die Temperatur und das richtige Substrat geachtet, schließt sich der Kreislauf und aus einem „Abfall“ entsteht neues Leben. 

Regrowing: Unsere Tipps 

Abschließend haben wir noch ein paar Tricks und Kniffe für dich, die das Nachpflanzen spielend leicht machen: 

    Regrowing ist besonders einfach: Es benötigt nur wenig gärtnerische Erfahrung und ist daher

besonders bei Kindern beliebt, da sie die Entwicklung der Pflanze beobachten können.

Verwende fürs Regrowing nur einwandfreies Gemüse und Obst, ohne Schimmelstellen.

Als Einstieg eignen sich einfache Gemüsesorten wie Porree oder Frühlingszwiebeln.

Dieses Gemüse kann bereits nach kurzer Zeit im Wasser bereits eingetopft werden.

Achte darauf, dass die Wurzeln nicht zu kurz abgeschnitten werden – greife gerne zu längeren Stücken der Wurzel.

Ungeeignet für Regrowing sind unter anderem: Gurken, Auberginen, Zucchini, Tomaten, Melonen und Kürbisse.