Wer Äpfel, Birnen, Beeren oder Trauben im eigenen Garten anbaut, kennt das Problem: Zur Erntezeit werden oft mehr Früchte gleichzeitig reif, als man frisch essen oder zu Kuchen und Marmelade verarbeiten kann. Eine einfache Möglichkeit, größere Mengen zu verwerten, ist das Entsaften. So könnt ihr eure eigene Ernte sinnvoll nutzen und den Geschmack des Gartens ins Glas bringen.

1. Wann ist Obst reif für die Ernte?
Für einen guten Saft sollten die Früchte möglichst reif und aromatisch sein. Äpfel und Birnen lassen sich je nach Sorte vom Spätsommer bis weit in den Herbst hinein ernten. Viele Beeren sind bereits während der Sommermonate reif, während Weintrauben meist später folgen.
Bei Äpfeln könnt ihr einen einfachen Test machen: Lässt sich die Frucht mit einer leichten Drehbewegung samt Stiel vom Baum lösen, ist sie in der Regel erntereif. Fallobst könnt ihr ebenfalls verwenden, sofern die Früchte nicht faul oder stark beschädigt sind.
Am besten verarbeitet ihr geerntetes Obst möglichst zeitnah.
2. Welches Obst eignet sich zum Entsaften?
Besonders gut eignen sich Früchte mit einem hohen Saftanteil. Klassiker aus dem eigenen Garten sind:
- Äpfel
- Birnen
- Weintrauben
- Johannisbeeren
- Himbeeren
- Brombeeren
- Kirschen
- Quitten



Interessant wird es auch, wenn ihr verschiedene Obstsorten miteinander kombiniert. Ein eher säuerlicher Apfel kann beispielsweise einen sehr süßen Birnensaft geschmacklich ausgleichen. Bei Beeren lassen sich ebenfalls unterschiedliche Sorten mischen.
3. Obst für das Entsaften vorbereiten
Vor der Verarbeitung solltet ihr das Obst gründlich waschen und faule oder schimmelige Stellen vollständig aussortieren. Das gilt besonders für Fallobst. Sauberes und einwandfreies Ausgangsmaterial ist beim Entsaften besonders wichtig.
Äpfel und Birnen werden je nach verwendeter Presse oder Entsafter zunächst grob zerkleinert. Beeren und Weintrauben benötigen deutlich weniger Vorbereitung.
Kerne und Stiele müssen abhängig von Obstsorte und Gerät nicht immer vollständig entfernt werden. Hier solltet ihr euch nach den Angaben des jeweiligen Entsafters richten.
4. Wie könnt ihr das eigene Obst entsaften?
Für kleine Mengen reicht häufig ein einfacher Haushaltsentsafter. Wenn ihr mehrere Obstbäume besitzt und jedes Jahr größere Mengen verarbeitet, kann sich dagegen eine leistungsfähigere Lösung lohnen.
Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Verfahren. Zentrifugalentsafter zerkleinern das Obst und trennen den Saft mithilfe hoher Drehzahlen vom Fruchtfleisch. Slow Juicer arbeiten langsamer und pressen die Früchte aus. Für besonders große Mengen an Äpfeln kommt traditionell eine Obstmühle in Kombination mit einer Saftpresse zum Einsatz.
Gute Dampfentsafter gibt es bereits ab ca. 30€ zu kaufen. Wichtig sind dabei vor allem die Menge an Obst, die ihr verarbeiten möchtet, der Reinigungsaufwand und die Größe der Einfüllöffnung.
5. Frisch trinken oder haltbar machen?
Frisch gepresster Saft schmeckt besonders intensiv, ist allerdings leicht verderblich. Ihr solltet ihn deshalb gekühlt aufbewahren und innerhalb kurzer Zeit verbrauchen. Saft sollte grundsätzlich möglichst kühl und dunkel gelagert werden.
Wer größere Mengen Obst verarbeitet, kann einen Teil des Saftes haltbar machen. Dafür kommen beispielsweise Einkochen beziehungsweise Pasteurisieren oder das Einfrieren infrage. Wichtig sind dabei saubere Arbeitsgeräte und geeignete, gründlich gereinigte Behälter.
Alternativ könnt ihr eure Ernte portionsweise einfrieren und erst später weiterverarbeiten. Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt auch bei selbst geerntetem Obst, die Früchte vorher gründlich zu waschen und zu putzen.
6. Die eigene Ernte möglichst vollständig nutzen
Gerade in guten Obstjahren ist Entsaften eine praktische Möglichkeit, auch größere Erntemengen zu verwerten. Kleine oder optisch nicht perfekte Früchte müssen nicht zwangsläufig auf dem Kompost landen, solange sie frisch und frei von Fäulnis oder Schimmel sind.
Aus Äpfeln, Birnen, Beeren und Trauben könnt ihr auf diese Weise mit relativ wenig Aufwand euren eigenen Saft herstellen. Und wenn ihr verschiedene Sorten ausprobiert und miteinander kombiniert, entsteht schnell eine ganz persönliche Saftmischung direkt aus dem eigenen Garten.

