Ysop selbst pflanzen

Ysop, Mittelmeerzone

Ysop zur Blütezeit

Der Echte Ysop zählt zu den Halbsträuchern aus der Familie der Lippenblütler. Traditionell wird er als Gewürz- und Heilkraut verwendet. Im Garten wertet er mit seinen blauen oder rosafarbenen Blüten das Rosenbeet oder die Kräuterspirale optisch auf. Mit etwas Pflege lässt sich der genügsame Halbstrauch über mehrere Jahre kultivieren.

Wie die meisten mediterranen Gewürzpflanzen benötigt der Ysop einen voll sonnigen und hellen Stand. Bevorzugt gedeiht er in windgeschützten Lagen. Man kann die Pflanze entweder ins Kräuterbeet oder ins Blumenbeet direkt zwischen die Stauden setzen. Besonders attraktiv wirkt sie aufgrund ihrer filigranen Blüten in der Kombination mit Rosen.

Der Boden sollte leicht und kalkhaltig sein. Ein lehmiger Untergrund muss mit Sand abgemagert werden, da ansonsten Staunässe entsteht. Diese verträgt der Ysop nicht. Auch für den Steingarten ist der Halbstrauch geeignet, da er ähnliche Ansprüche an den Untergrund stellt wie die meisten Steingartengewächse. In einer Kräuterspirale sollte man Ysop in der Mittelmeerzone, also im oberen Bereich, anpflanzen.

Ysop benötigt wenig wasser und ist auch eher unempfindlich gegenüber Trockenheit. Ständige Nässe hingegen schadet ihr. Gedüngt wird kaum. Erst beim Absinken des Ertrages nach einigen Jahren führt man im Herbst reifen Kompost zu, der in den Boden eingearbeitet wird.

Für den Anbau im eigenen Garten eignet sich Saat, die im Frühjahr direkt an Ort und Stelle nur wenige Zentimeter tief in den Boden gebracht wird. Alternativ pflanzt man vorgezogene Stecklinge aus. Diese lassen sich in der Erntezeit gewinnen, wenn die Pflanze ihren zweiten Rückschnitt im Jahr erhält. Vom Schnittgut werden einige kräftige Triebe ausgewählt und im unteren Drittel vorsichtig von ihren Blättern befreit.

Anschließend können die Stecklinge im Wasserglas bewurzelt werden. Taucht man die Enden jedoch in ein Bewurzelungspulver und setzt die Triebe dann in Anzuchterde, spart man ein wenig Arbeit und Zeit. Bis die jungen Pflanzen bewurzelt sind, empfiehlt es sich, eine Kunststoffhaube über den Topf zu ziehen. Diese sollte einmal am Tag abgenommen werden, damit sich kein unnötiges Kondensat bildet. Die Pflanze könnte sonst schimmeln. Der Boden ist ständig feucht zu halten. Im kommenden Frühjahr werden die Pflänzchen dann ins Freie gesetzt.

Die Vermehrung gelingt außerdem über Absenker. Dazu wird ein kräftiger, bodennaher Trieb etwa auf der Hälfte vorsichtig in den Boden gedrückt und mit einem Hölzchen fixiert. Nach einigen Wochen bilden sich die Wurzeln aus, dann kann der Trieb von der Mutterpflanze abgetrennt werden.

Während des ersten Winters muss der Ysop frostfrei überwintern, später reicht es, ihn vor dem Winter mit Tannenreisig abzudecken. Nach etwa sieben Jahren hat die Pflanze ausgedient.

An Schädlingen leidet der Ysop kaum, allerdings neigt er zum Befall mit dem Rostpilz. Um diesem vorzubeugen, sollte die Pflanze während der Ernte gut ausgelichtet werden.

Ysop wird als Tee gegen Harnwegsentzündungen, Atemwegsbeschwerden, Asthma und Frauenleiden angewandt. In der Küche verwendet man die jungen Blätter als Gewürz für Salate, Fleischspeisen und Gemüse. Auch zur Zubereitung von Likören und Parfums findet er Anwendung.

Ein Kommentar:

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