Kräuter zum Räuchern

Heimische Pflanzen zum Räuchern
Das Räuchern von Pflanzen mag vielerlei Gründe haben. Der eine macht es, um unangenehme Düfte aus dem Raum zu vertreiben oder weil er einfach den Geruch mag, der andere macht es aus gesundheitlichen und spirituellen Gründen. Dazu müssen es nicht mal exotische Gehölze oder tropische Pflanzenharze sein. Auch heimische Pflanzenarten beinhalten Wirkstoffe wie ätherische Öle, die beim Räuchern austreten.
Jeder wird die Kamille als Hausmedizin gegen Erkältungen und Magenprobleme kennen. Beim Räuchern offenbart sie noch eine ganz andere Wirkung: Ihr Dampf bringt Geborgenheit, wirkt beruhigend und aufbauend und löst Blockaden. Eine ebenfalls aus der Hausmedizin bekannte Pflanze ist die Pfefferminze, deren Rauch klärend auf den Geist, entspannend auf die Nerven und vitalisierend auf den Körper wirkt. In schwierigen Situationen hilft einem der Dampf der Mistel, wieder auf die Höhe zu kommen. Er bringt nicht nur neue Energie, sondern hilft, Licht ins Dunkel der Gefühle und Emotionen zu bringen.

Die Räucherung von Wacholderbeeren oder -nadeln bringt eine desinfizierende Wirkung mit sich. Weiter vertreibt der Duft dunkle Energien und lädt die Lebensenergie und Konzentration auf.
Nie Schaden kann Holunder. Der Dampf seiner Blüte bringt zum Schwitzen und stärkt die Abwehrkräfte. Er bietet Schutz in allen Lebenslagen.

Auch ohne Räuchern ist der Duft des Lavendels schon sehr angenehm. Kein Wunder, dass es bei Räucherung wahre Wunder wirkt. Der Qualm nimmt Energie, die zu viel ist, und gibt, welche zu wenig ist. Bei Nervosität, Ärger und Depression belebt, reinigt und erfrischt der intensive Duft, bringt Frieden und wirkt ausgleichend.

Einige dieser Pflanzenarten und weitere, die sich hervorragend zum Räuchern eignen, können im eigenen Garten kultiviert werden. Oben genannte Pfefferminze und Kamille beispielsweise, aber auch Salbei und Wermut können im Kräutergarten oder der Kräuterschnecke kultiviert werden. Der Lavendel ist ohnehin schon wegen seiner Blüte und seines Duftes eine begehrte Gartenpflanze.

Andere hingegen finden sich in der freien Natur. Den an Waldrändern gedeihenden Holunder erkennt man im Frühsommer an seinen prächtigen, vollen Blüten, welche einen zitronigen Duft haben. Misteln sind in Deutschland geschützt, aber bei uns in Österreich muss man nur wissen, wo die nächste Streuobstwiese liegt. In der Natur finden sich noch eine Menge weiterer Pflanzen, deren Rauch eine Wirkung hat. Beifuß, Johanniskraut, Thymian und Fichtennadeln sind nur wenige davon.

Wacholder hingegen wird man in der Natur nur selten antreffen, gegebenenfalls auf Friedhöfen. Dafür aber im Gewürzregal des Supermarktes, ähnlich wie weitere Gewürze, die zum Räuchern geeignet sind. Dazu zählen beispielsweiße Kümmel, Fenchel und Hopfen.

Die sicherste Weise zum Lagern solcher Pflanzen ist das Trocknen. Nach dem Ernten oder Sammeln werden sie in Büscheln luftig und trocken aufgehängt, bis sie bröselig sind. Der Trocknungsprozess kann auch im Ofen bei maximal 50 Grad Celsius beschleunigt werden. Anschließend werden sie in dunkle Gläser gefüllt. Entscheidend ist, dass diese luftdicht abschließen, sodass das Aroma erhalten bleibt.
Zum Räuchern braucht man an sich nichts Besonderes. Es genügt, die Pflanzen in einer feuerfesten Schale anzuzünden und verglimmen zu lassen. Wer aber Gefallen daran findet und es richtig machen möchte, kann sich die richtige Ausstattung zulegen. Zur Grundausstattung gehören ein Mörser und ein Räucherstövchen. In dieses wird unten ein Teelicht gestellt, die Kräuter kommen oben auf einen Sieb. Fortgeschrittene Räucherer verwenden Kohlestückchen, welche zum Glühen gebracht und um die herum im Anschluss die Pflanzen verteilt werden. Der eigenen Phantasie der Ausrüstung und der Mischung der Kräuter ist dabei keine Grenze gesetzt.

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