Walnussbaum pflanzen und schneiden

Walnussbaum (lateinisch: Juglans regia)

Walnussbaum (lateinisch: Juglans regia)

 

Allgemeine Infos zum Walnussbaum

Walnussbäume tragen frühestens ab dem zehnten Pflanzjahr unter optimalen Bedingungen Früchte. Echte Erträge sind in der Regel erst ab dem vierten Jahrzehnt möglich. Der beste Zeitpunkt einen Walnussbaum zu pflanze war also vor 20 Jahren, der nächste ist heute oder morgen! Alter, Standort und Sorte sind für das Gedeihen der Früchte entscheidend. Sie erreichen ihre Endhöhe von 15 bis 25, ausnahmsweise sogar 30 Metern mit ungefähr 60 Jahren.

Wie alt werden Walnussbäume

Im Durchschnitt wird ein Waldnussbaum 150 Jahre alt, einzelne Exemplare erreichen unter Idealbedingungen ein Alter von bis zu 400 Jahren. Walnussholz ist ein sehr begehrtes Edelholz, das gerne im Innenausbau für Täfelungen oder Parkett, aufgrund des nicht unerheblichen Preises auch als Furnier Verwendung findet.
Es gibt also gute Gründe sich mit der Aufzucht und Pflege eines Walnussbaums auseinanderzusetzen. Die Juglans regia trägt zugleich weibliche und männliche Blüten, wobei erstere mithilfe des Windes und Insekten bestäubt werden. Die Pflanzung eines einzelnen Baumes ist daher ausreichend.

Wann sollte man einen Walnussbaum schneiden

Ein guter Zeitpunkt ist Ende August bis  Ende September, da nimmt der Wasserfluss bereits nach, allerdings ist der Baum noch stark genug um den Wundverschluß durchzuführen. Alles weitere im Video:

 

Walnuss aus Frucht züchten

Die Zucht eines Walnussbaumes aus seinen eigenen Früchten ist kein banales Vorhaben. Mit dem nötigen Wissen und etwas Geschick lässt sich der beliebte Baum von talentierten Hobbygärtnern jedoch züchten. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten um aus einem vorhandenen Walnussbaum einen Abkömmling zu gewinnen. Die erste Methode ist die Zucht mithilfe des Samens, die zweite Methode setzt einen Steckling eines bereits vorhandenen Baumes voraus.

Kann man Walnüsse aus dem Handel anpflanzen?

Die in den Lebensmittelgeschäften genussfertig angebotenen Walnüsse sind als Saatgut nicht geeignet. Vor allem bei Importware ist zu erwarten, dass die Früchte chemisch gegen Schädlinge und Pilzbefall behandelt wurden. Am besten wählen Sie Früchte eines gesunden Baumes, idealerweise solche, die Sie selbst aufgelesen haben und um deren biologische Abstammung Sie daher Bescheid wissen. Intakte und gesunde Früchte lassen die Chancen auf Erfolg am aussichtsreichsten erscheinen. Befreien Sie die Nuss von ihrer grünen Schale und bewahren Sie sie in einem feucht zu haltenden Torf-/Sandgemisch kühl aber vor Frost geschützt über den Winter an einem hellen Plätzchen auf. Sobald die derart entstehenden Walnussbaumtriebe eine Höhe von ungefähr 15 Zentimetern erreicht haben, sollten sie in eigene, mit Anzuchterde gefüllte Töpfe gesetzt werden. Im Frühling können Sie die Setzlinge bereits erste Sonne am Balkon, auf der Terrasse oder im Garten tanken lassen. Wichtig ist dabei den letzten Frost abzuwarten, der von den Jungpflanzen nur sehr schlecht vertragen wird.

Blatt eines Walnussbaums

Blatt eines Walnussbaums

Vermehrung mit Stecklingen

Bei der Steckling-Methode wählen Sie einen Walnussbaum, der weder einen offensichtlichen Pilz- noch anderen Schädlingsbefall aufweist und schneiden Sie ungefähr 15 Zentimeter lange Triebe ab. Für die erfolgreiche Anzucht eines Stecklings ist es dabei unerheblich, ob Sie sich für einen noch grünen oder einen bereits verholzten Trieb entscheiden. Wichtig ist lediglich, dass Sie den Steckling mit der Schnittstelle voran in einen Topf mit Anzuchterde setzen, worin er binnen weniger Wochen wurzeln und etwas später knospen wird.

Nachdem das Walnussbäumchen im ersten Jahr kaum an Höhe zulegt sondern zuerst seinen Wurzelstock aufbaut, wählen Sie ein Gefäß, in dem sich der Wurzelballen weiter ausbilden kann.. Bedenken Sie dabei, dass der Walnussbaum ein Tiefwurzler mit einer Pfahlwurzel ist und keine Staunässe verträgt. Stellen Sie außerdem Ihr Bäumchen während der ersten Winter an einen geschützten, hellen Ort, da Jungpflanzen anhaltenden Frost nur schlecht vertragen. Sollte dies nicht möglich sein, so schützen Sie die Wurzeln mit einer ausreichend dicken Schicht aus Mulch und Reisig. Der Stamm kann mit einer Hülle aus Jute und Stroh geschützt werden.

Bis der junge Walnussbaum idealerweise im April nach dem Spätfrost endlich gesetzt werden kann, ist es an der Zeit Ausschau nach dem optimalen Standort zu halten. Der Platz sollte sehr sonnig sein und der Boden nährstoffreich. Bedenken Sie außerdem, dass es sich bei der Echten Walnuss um einen raumgreifenden Baum handelt, der ausgewachsen eine stattliche Baumkrone von bis zu 15 Metern tragen kann. Der Standort des Baumes sollte wegen des nicht zu unterschätzenden, sich weit verzweigenden Wurzelwachstums mindestens 6 Meter von der nächsten bebauten Fläche und 8 Meter vom Nachbargrundstück gewählt werden. Bedenken Sie außerdem, dass die Walnuss keine Konkurrenz in Form anderer Bäume und Sträucher in ihrem unmittelbaren Einflussbereich duldet und deren Gedeihen aktiv mit dem Pflanzengift Juglon unterdrückt.

Heben Sie an der für Ihren Walnussbaum vorgesehenen Stelle ein ca. 50 Zentimeter tiefes Loch auf einen Quadratmeter aus und lockern Sie die umliegende Erde gut auf. Stellen Sie den Setzling in das Pflanzloch und füllen sie dieses mit einer mit Kompost und Langzeitdünger durchmischten Pflanzerde auf, die festgetreten und gut gewässert wird. Stützen Sie den Jungbaum in den ersten Jahren mit einem mit ins Pflanzloch eingeschlagenen Stützpfahl, an dem der Baum mit einer Achterschlinge gegen Sturm gesichert wird. In den Folgetagen ist der Jungbaum täglich zu gießen um dem Absterben der Wurzeln entgegenzuwirken.

 Geschichtliches zum Walnussbaum

Archäologischen Funden zufolge stehen die Früchte des Walnussbaumes seit über 9.000 Jahren auf unserem Speiseplan. Dem römischen Schriftsteller Lucius Iunius Moderatus Columella, der um Christi Geburt lebte, verdanken wir die erste Anleitung zur Anzucht und Pflege von Walnussbäumen. Dennoch schätzt die Online-Enzyklopädie EOL, Encylopedia of Life, den Erhaltungszustand der Gattung als potenziell gefährdet ein. Dies ist bedauerlich, da sich die Baumfrüchte nicht nur in der Küche sondern auch in der Volksmedizin großer Beliebtheit erfreuen.

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